Rede der Oberbürgermeisterin bei der Verleihung des Wirtschaftspreises am 24.2.2015

Frei ab Beginn der Rede. Es gilt das gesprochene Wort.  

Sehr geehrte Preisträger, sehr geehrte Laudatoren, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Rosenheimer Stadtrat, meine Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie heute zur Verleihung des Wirtschaftspreises der Stadt Rosenheim 2015 begrüßen zu können. Am heutigen Abend vergibt die Stadt Rosenheim zum sechsten Mal ihren Wirtschaftspreis. Mit ihm würdigen wir alle zwei Jahre Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten, die herausragende Leistungen für den Wirtschaftsstandort Rosenheim erbracht haben. In diesem Jahr wurden 22 Unternehmen für den Wirtschaftspreis vorgeschlagen. Wenn die Entscheidung des Stadtrates demnach einstimmig auf drei Unternehmen gefallen ist, zeugt dies von der Qualität unserer diesjährigen Preisträger. Ich gratuliere herzlich der Beton Bernrieder GmbH, der Metzgerei Palmberger GmbH & Co. KG und der Perfactum GmbH. In der Begründung des Stadtrates zur Vergabeentscheidung heißt es: „Die Preisträger haben sich in hohem Maße um den Wirtschaftsstandort Rosenheim verdient gemacht. Sie prägen seit vielen Jahren die Marke Rosenheim durch ihre wirtschaftlichen Leistungen und tragen den Ruf der Stadt Rosenheim als wirtschaftsstarker Standort weit über die Grenzen der Region hinaus. Ihr Name und ihr Engagement sind eng mit Rosenheim verbunden“ – Zitat Ende. Soweit die offensichtlichen Gemeinsamkeiten, die alle drei Preisträger verbinden. Dennoch hat jedes der drei Unternehmen seine ganz besonderen Vorzüge und Stärken: Dass Beton ein ganz trendiger Baustoff zum Wohnen und zum Leben ist, lässt sich heute in jeder Wohnzeitschrift nachlesen. Wirklich verwunderlich ist das nicht. Denn bereits vor 14.000 Jahren benutzten Handwerker im tiefsten Ostanatolien Mörtel zur Herstellung von Ziegelsteinen – damals eine hoch innovative Technik. Über Griechenland und das Römische Reich wurde dieses Verfahren verfeinert und man entwickelte druckfeste Bauteile aus wasserbeständigem Mörtel und Steinbrocken, die in Schalungen aushärten konnten. Dieser sog. Römische Beton war Grundlage zahlreicher monumentaler Bauwerke, die teilweise auch 2.000 Jahre nach ihrer Erschaffung noch heute bewundert werden können. Auf ein ganz so langes Bestehen kann der erste Preisträger des heutigen Abends nicht zurückblicken. Aber auch eine 140-jährige Unternehmensgeschichte zeugt in der heutigen Zeit von bemerkenswerter Kontinuität und einem über Generationen vererbten unternehmerischen Geschick. Die Beton Bernrieder GmbH ist eines dieser leistungsstarken familiengeführten Unternehmen, die aus Rosenheim nicht wegzudenken sind. Heute stehen Anton Bernrieder jun. und Michael Bernrieder an der Spitze dieses Traditionsunternehmens. Mit dem Unternehmen Beton Bernrieder GmbH ehren wir heute auch eine Familie, die der Stadt Rosenheim über fast eineinhalb Jahrhunderte hinweg treu geblieben ist und einen im wahrsten Wortsinne wertvollen Beitrag zum Aufschwung des Wirtschaftsstandortes Rosenheim leistet. Liebe Herren Bernrieder: Zur Verleihung des Wirtschaftspreises für 2015 der Stadt Rosenheim gratuliere ich Ihnen ganz herzlich. Zum zweiten Preisträger: Mit der Metzgerei Palmberger ehren wir am heutigen Abend ein weiteres Familienunternehmen, das eine lange Tradition in Rosenheim hat. Letztes Jahr konnte der Betrieb sein 60-jähriges Jubiläum feiern. Palmberger: Dieser Name steht für Wurstwaren ohne Glutamat, Soja oder Phosphat und für Produkte, die ausschließlich aus unserer Region stammen. Zur Unternehmensphilosophie gehört auch eine umweltfreundliche Produktionsweise. So hat Palmberger erst kürzlich in ein technologisch aufwändiges Wärmerückgewinnungssystem investiert. Das unternehmerische Konzept zieht. Denn inzwischen ist Palmberger nicht nur Arbeitgeber für 150 Beschäftigte, sondern auch ein Botschafter Rosenheims für Kunden im Umkreis von 100 km. Liebe Familie Palmberger: Ganz herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Wirtschaftspreises 2015 der Stadt Rosenheim. Das dritte Unternehmen, das wir heute auszeichnen ist ein echter „hidden champion“. Es wirkt selbst für Kenner der Rosenheimer Wirtschaftsszene eher im Verborgenen. Dabei kann es auch auf eine bereits 40-jährige Firmengeschichte am Standort Rosenheim zurückblicken. Es ist in der Parkettindustrie ein angesehener Zulieferer und trägt wie unsere Hochschule den in der Holztechnik klangvollen Namen Rosenheim in die Welt. Gerald Rhein hat als Geschäftsführer die Perfactum GmbH erfolgreich durch eine wechselvolle Geschichte gelenkt. Er ist dabei mit beeindruckendem unternehmerischem Mut ein großes Wagnis eingegangen. Denn er hat das Unternehmen 1996 als Management buy out aus der ehemaligen Heilborn GmbH erworben und inzwischen eine komplett neue Firmen- und Produktstrategie mit eigenen Produktionsbetrieben an zwei ausländischen Standorten in Lettland und der Slowakei entwickelt. Aus Sicht der Stadt Rosenheim besonders erfreulich: Die Verbundenheit mit der Holzstadt Rosenheim und die Nähe zur Hochschule Rosenheim ist für Gerald Rhein und Perfactum ein wichtiger Standortvorteil. So beschäftigt das Unternehmen Absolventen der hiesigen Hochschule, bietet Praktikas und Themen für Bachelor- und Masterarbeiten, offeriert studienbegleitende Jobs und ist Ausbildungsbetrieb. Zudem ist Gerald Rhein Vorstand des Fördervereins der Hochschule und der Fachschule Rosenheim. Auch Ihnen, lieber Herr Rhein, meinen herzlichen Glückwunsch zum Rosenheimer Wirtschaftspreis 2015. Meine sehr geehrte Damen und Herren, wenngleich die heutigen Preisträger aus ganz unterschiedlichen Branchen kommen und mit den unterschiedlichsten Produkten handeln, verbinden sie doch vier gemeinsame Eigenschaften: Es sind erstens inhabergeführte Unternehmen. Sie weisen zweitens eine in unserer schnelllebigen Zeit bemerkenswert lange und erfolgreiche Firmengeschichte auf. Sie zeigen drittens eine enge und nachhaltige Verbundenheit zum Standort Rosenheim. Und viertens gilt im Ergebnis für sie alle gleichermaßen: Unternehmerischer Erfolg ist bei ihnen das Produkt aus Wollen, Dürfen und Können. Welchen Stellenwert es für eine Volkswirtschaft hat, über tatkräftige, mutige und perspektivisch denkende Unternehmerpioniere zu verfügen, lässt sich aktuell an manchen Entwicklungen in Europa geradezu exemplarisch ablesen. Und man kann es nicht oft genug sagen: Es sind nicht die Staaten, die nachhaltigen Arbeitsplätze schaffen, sondern es sind die Unternehmer. Es sind nicht Bürokratien, die Wohlstand erwirtschaften. Auch dafür sorgen international wettbewerbsfähige Unternehmer mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Und nicht der Reichtum weniger Familienclans erzeugt wirtschaftliche Stabilität, sondern nur ein möglichst dichtes Geflecht produktiver Unternehmer. Kurz: Es kommt nicht darauf an, sich in Wahlkämpfen mit milliardenschweren Wahlversprechen beliebt zu machen. Sondern es geht darum, für Unternehmer gute ordnungspolitische Grundlagen zu schaffen, damit diese kreativen Köpfe - natürlich für sich, aber auch für die Volkswirtschaft als Ganzes - erfolgreich sein können und dürfen. Diese Aufgabe stellt sich auch im Kleinen, auf der kommunalen Ebene. Dass Rosenheim für mutige, dynamische Unternehmer ein gutes Pflaster ist, stellen Sie, liebe Preisträger, seit vielen Jahren unter Beweis. Für dieses Bekenntnis zu Rosenheim danke ich Ihnen, auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats, herzlich. Halten Sie unserem Wirtschaftsstandort auch weiterhin die Treue. Nutzen Sie die Chancen, die sich von hier aus für die Erschließung neuer Märkte bieten. Seien Sie gewiss: Wir in Rosenheim wissen dieses unternehmerische Engagement zu schätzen. Wir tun, was wir können, damit es unserer heimischen Wirtschaft zum Wohle der ganzen Region gut geht. Und nun bitte ich die Preisträger des Rosenheimer Wirtschaftspreises 2015, die Herren Michael und Anton Bernrieder, Herrn Ernst Palmberger und Herrn Gerald Rhein, zu mir nach Vorne. Herzlichen Glückwunsch!